Sichere Renten – für ein gutes Leben im Alter

Keine Kürzungen, sondern faire Lösungen

Es ist klar: Bei der Rente muss sich etwas ändern, damit auch künftige Generationen im Alter gut versorgt sind. Dabei muss es allerdings gerecht zugehen. Es braucht Konzepte, die alle tragen und niemanden zurücklassen. Denn: Schon jetzt ist Altersarmut ein großes Problem – gerade auch in Niedersachsen.

Anstatt nur zu kürzen, gibt es verschiedene Lösungen, wie es anders und vor allem für alle gerechter gehen kann. Wir zeigen Wege, wie Rentenreformen fair gestaltet werden können.

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1. Rente muss angemessenen Lebensstandard sichern

Die Alterssicherung muss wieder ein verlässliches Versprechen für ein würdevolles Leben im Alter sein. Unser Ziel ist ein angemessenes Gesamtversorgungsniveau im Alter, das sich am durchschnittlichen Nettoeinkommen orientiert und den Lebensstandard im Ruhestand absichert. Grundlage dafür bleibt eine starke gesetzliche Rentenversicherung mit einem deutlich höheren Rentenniveau. Ergänzend können weitere solidarisch ausgestaltete Vorsorgebausteine notwendig sein, um dies zu erreichen. Die gesetzliche Rente darf nicht zu einer Basisversorgung werden, die durch private Vorsorge ausgeglichen werden muss. Sie muss weiterhin die zentrale Säule der Alterssicherung bleiben.

2. Renten an der Lohnentwicklung ausrichten

Rentner*innen müssen an der allgemeinen Wohlstandsentwicklung teilhaben. Deshalb müssen die Rentenanpassungen dauerhaft der Lohnentwicklung folgen. Nur so kann verhindert werden, dass die Kaufkraft der Renten schwindet. Eine dynamische Rentenanpassung stärkt zugleich das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung und ist somit ein wichtiger Baustein für die Sicherung des Lebensstandards im Alter.

3. Erwerbstätigenversicherung einführen

Um die Solidarität zu stärken, fordert der SoVD, dass das gesetzliche Rentensystem schrittweise zu einer Erwerbstätigenversicherung weiterentwickelt wird. Selbstständige, Politiker*innen und Freiberufler*innen müssen künftig ebenfalls einbezogen werden. Das unterstützt die Finanzierungskraft, ist zukunftsorientiert, berücksichtigt flexible Erwerbsverläufe und verbessert insbesondere die soziale Altersvorsorge für Kleinselbstständige. Dabei muss auch die unterschiedliche Absicherung von gesetzlicher Rente und Pensionen in den Blick genommen werden. Ziel muss eine faire Alterssicherung sein, die soziale Ungleichheiten nicht zusätzlich vergrößert.

4. Altersarmut konsequent verhindern

Immer mehr Menschen erreichen trotz jahrzehntelanger Arbeit keine existenzsichernde Rente. Besonders betroffen sind z.B. Beschäftigte im Niedriglohnbereich, in Teilzeit oder mit häufigen Phasen der Arbeitslosigkeit. Um Altersarmut nachhaltig zu vermeiden, braucht es vor allem eine bessere Absicherung während des Erwerbslebens. Dazu gehören gute Löhne sowie ausreichende Rentenversicherungsbeiträge. Die Grundrente muss als wichtiges Instrument gegen Altersarmut weiterentwickelt werden. Dafür muss die Einkommensanrechnung abgeschafft werden und Zeiten der Arbeitslosigkeit sowie Zurechnungszeiten müssen besser als Grundrentenzeiten anerkannt werden.

5. Soziale Sicherheit bei Erwerbsminderung verbessern

Eine gesundheitlich bedingte Einschränkung der Erwerbsfähigkeit darf nicht zu einem sozialen Abstieg führen. Die gesetzliche Rentenversicherung muss Menschen verlässlich absichern, wenn sie aufgrund einer Krankheit oder Behinderung dauerhaft oder längerfristig nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten können. Das betrifft auch vor allem Menschen in gesundheitlich besonders belastenden Berufen. Deshalb braucht es eine bessere Prävention, gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen und eine verlässliche Absicherung bei Erwerbsminderung. Dazu gehören auch angemessene Erwerbsminderungsrenten ohne systemwidrige Abschläge.

6. Flexible Übergänge statt höherer Altersgrenzen

Die Diskussion über längere Lebensarbeitszeiten darf nicht dazu führen, dass Beschäftigte pauschal länger arbeiten müssen. Die Aktivrente kann für Menschen attraktiv sein, die freiwillig über die Regelaltersgrenze hinaus erwerbstätig bleiben möchten. Sie darf jedoch keine Antwort auf zu niedrige Renten sein. Niemand darf aus finanzieller Not gezwungen sein, länger zu arbeiten. Deshalb lehnen wir eine weitere Anhebung der Altersgrenzen ab und setzen uns für flexible Übergänge in den Ruhestand ein, die sich an der tatsächlichen gesundheitlichen Belastung und Leistungsfähigkeit orientieren.

7. Sorgearbeit anerkennen und eigenständige Alterssicherung für Frauen stärken

Kindererziehung, Pflege und andere Sorgearbeit sind unverzichtbare Leistungen für unsere Gesellschaft und Wirtschaft, führen aber häufig zu geringeren Rentenansprüchen – meistens bei Frauen. Deshalb müssen diese Zeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung besser berücksichtigt werden. Darüber hinaus braucht es eine weitere Stärkung der eigenständigen Alterssicherung für Frauen über eine bessere und gerechtere Beteiligung am Arbeitsmarkt sowie die Ausgestaltung der Pflegezeit nach dem Modell der Elternzeit.

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