Für eine Zukunft voller Chancen

Kinder, Jugendliche und Familien in den Blick nehmen

Kinder und Jugendliche sind das Fundament unserer Gesellschaft. Sie haben ein Recht auf echte Teilhabe und eine Zukunft voller Chancen. Doch noch immer werden ihre Interessen zu oft übergangen – in politischen Entscheidungen, in der Gestaltung unseres Bildungssystems oder bei der sozialen Infrastruktur. Wir sind überzeugt: Eine Gesellschaft zeigt ihre Stärke daran, wie sie mit ihren jüngsten Mitgliedern umgeht.

Dafür machen wir uns stark

Deshalb setzt sich der SoVD in Niedersachsen dafür ein, dass Kinder, Jugendliche und ihre Familien endlich deutlich stärker in den Mittelpunkt politischer Entscheidungen rücken – unabhängig von sozialem Hintergrund, Einkommen oder Wohnort.

1. Eine inklusive Schule für alle schaffen

Eine Schule für alle bedeutet, dass alle Kinder – unabhängig von körperlichen, intellektuellen, sprachlichen oder sozialen Voraussetzungen – gemeinsam lernen können. Inklusion ist kein freiwilliges Extra, sondern ein Menschenrecht für Kinder mit und ohne Behinderung. Wir fordern ein Bildungssystem, das Vielfalt als Stärke begreift. Alle Kinder haben ein Recht auf kleinere Klassen, barrierefreie Räume, multiprofessionelle Teams und echte individuelle Förderung. Eine inklusive Schule stärkt Gemeinschaft, verhindert Ausgrenzung und bereitet Kinder auf das Leben in einer vielfältigen Gesellschaft vor.

2. Allen Heranwachsenden Sicherheit, Teilhabe und Perspektiven garantieren

Kinderarmut ist kein Randproblem, sondern ein strukturelles Versagen. Haben Kinder und Jugendliche nicht die nötigen Ressourcen für Bildung, Sport, Kultur oder soziale Teilhabe, werden ihre Entwicklungsmöglichkeiten von Anfang an begrenzt. Wir fordern eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung, die das Existenzminimum realistisch abdeckt. Sozialleistungen müssen unbürokratisch sein und automatisch ausgezahlt werden. Zudem braucht es kostenfreie Kitas, günstigen öffentlichen Nahverkehr, Lernmittelfreiheit und eine hochwertige schulische Ganztagsbetreuung. Um Armut nachhaltig zu bekämpfen, müssen außerdem die Erwerbs- und Lebensrealitäten von Familien gestärkt werden: faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen, flexible Arbeitszeitmodelle, ausreichend bezahlbarer Wohnraum.

3. Kinderrechte im Grundgesetz und in der Landesverfassung Niedersachsen verankern

Kinder sind eigenständige Rechtspersonen mit besonderen Bedürfnissen, die über reine Fürsorge hinausgehen. Die Niedersächsische Landesverfassung enthält mit Artikel 4a nur grundlegende Rechte wie den Schutz der Würde, die Gewaltfreiheit der Erziehung und staatliche Unterstützung. Zentrale Ansprüche fehlen aber. Wir fordern Kinderrechte im Grundgesetz und eine erweiterte Landesverfassung, die Schutz, Bildung, Mitwirkung und Chancengleichheit verbindlich garantiert. Starke Kinderrechte schaffen rechtliche Klarheit und verbindliche Vorgaben für Politik, Verwaltung und Gerichte. Sie stellen sicher, dass Kinder und Jugendliche auch tatsächlich die Unterstützung, Förderung und Beteiligung erhalten, die sie für ein gutes Aufwachsen brauchen.

4. Verlässliche soziale Infrastruktur für alle Kinder und Jugendlichen einrichten

Kinder brauchen Räume zum Spielen, Lernen und Zusammenkommen. In vielen Regionen wurden in den vergangenen Jahren Jugendzentren geschlossen, Sportangebote gekürzt oder Kulturprogramme gestrichen. Das trifft besonders Kinder aus Familien, die sich private Angebote nicht leisten können. Wir fordern eine flächendeckende soziale Infrastruktur: gut ausgestattete Jugendzentren, offene Treffs, Sportvereine, Musikschulen, Bibliotheken, Schwimmbäder und Freizeitflächen. Diese Angebote müssen barrierefrei, finanziell zugänglich und gut erreichbar sein. Kostenfreie und günstige Mobilitätsangebote für Kinder und Jugendliche – insbesondere im ländlichen Raum – sind ein wichtiger Bestandteil.

5. Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken

Psychische Belastungen unter jungen Menschen nehmen zu: Leistungsdruck, Zukunftsängste, soziale Medien, familiäre Krisen, Armut oder gesellschaftliche Unsicherheiten führen zu Stress, Depressionen oder Angststörungen. Beratungs- und Therapieangebote sind oft überlastet – Wartezeiten von mehreren Monaten sind keine Seltenheit. Wir fordern einen massiven Ausbau der wohnortnahen Versorgungsstrukturen: mehr Psychotherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen, Schulpsycholog*innen und niedrigschwellige Beratungsstellen. Psychische Gesundheit ist genauso wichtig wie körperliche Gesundheit. Junge Menschen brauchen frühzeitig Zugang zu Unterstützung, damit Probleme nicht chronisch werden.

6. Bessere Unterstützung für Familien gewährleisten

Familien tragen viel Verantwortung – organisatorisch, finanziell und emotional. Viele kämpfen mit steigenden Lebenshaltungskosten, Doppelbelastung durch Erwerbsarbeit und Sorgearbeit oder unzureichenden Betreuungssituationen. Wir fordern eine Familienpolitik, die echte Entlastung schafft: schwangerenorientierte Schwangerschaftskonfliktberatung, gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Beratungsstellen für Erziehungs- und Lebensfragen sowie eine bessere Unterstützung pflegender Eltern oder Geschwister. Familien brauchen Sicherheit und Planbarkeit. Dazu gehören familienfreundliche Arbeitszeiten, ausreichend Plätze in Ganztagsschulen und Kitas, sowie Angebote für Elternbildung. Eine starke Familienpolitik stärkt das gesamte gesellschaftliche Fundament.

7. Mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ermöglichen

Viele Entscheidungen betreffen junge Menschen direkt – aber sie werden selten gefragt. Ihre Perspektive fehlt in der Politik und selbst in der Schule. Beteiligung darf nicht symbolisch sein, sondern muss verbindlich und ernst gemeint stattfinden.
Wir fordern die Stärkung von Jugendparlamenten, Schüler*innenvertretungen und Kinder- und Jugendbeiräten. Kommunen sollten gesetzlich verpflichtet werden, junge Menschen bei Planungsprozessen wie Stadtentwicklung, Freizeitgestaltung oder Klimaschutz einzubeziehen. Schulen benötigen demokratische Strukturen, die Kindern Mitsprache ermöglichen. Beteiligung stärkt Selbstwirksamkeit, politische Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

8. Wege zur Berufsausbildung ebnen

Ein qualifizierter Berufsabschluss ist die beste Absicherung gegen Armut im gesamten Lebensverlauf. Immer mehr Jugendliche in Niedersachsen brechen allerdings frühzeitig die Schule ab, finden trotz Abschluss keinen Ausbildungsplatz oder arbeiten langfristig in Helfer*innentätigkeiten. Neben individueller Unterstützung bei schulischen Inhalten brauchen Jugendliche eine klischeefreie und praxisnahe Berufsorientierung in der Schule, um eine informierte Berufswahl treffen zu können. Für eine tatsächliche Wahlfreiheit ist zudem ausreichend finanzieller Rückhalt nötig – etwa durch eine Ausbildungsvergütung auf Mindestlohnniveau, schnelle und einfache Beantragung von BAföG und Wohngeld sowie viel mehr kostengünstige Wohnheime.

Beratung für Familien

Mit unserer kompetenten und vertrauensvollen Beratung stehen wir Eltern zur Seite, die sich um ein behindertes und/oder pflegebedürftiges Kind kümmern. Wir unterstützen sie bei komplizierten Anträgen und legen Widerspruch ein, wenn Leistungen abgelehnt werden. Wenn nötig, gehen wir sogar für die Betroffenen vor Gericht.

Wir sorgen für Entlastung, kennen die notwendigen Ansprechpartner*innen und kämpfen für Familien, wenn deren Kraft nicht mehr reicht.

Unsere Beratung schafft Sicherheit – informieren Sie sich dazu gerne in unserem Flyer!

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